Ein klares Votum für die Stadt - Mix am Mittwoch
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Ein klares Votum für die Stadt

Auch wenn die Frankfurterinnen und Frankfurter einige Themen kritisch sehen, fühlen sie sich insgesamt sehr wohl in der Stadt. Das ist das zentrale Ergebnis der 25. Bürgerbefragung, die der für die Frankfurter Statistik zuständige Dezernent Jan Schneider vorgestellt hat.

83 Prozent der Befragten leben nach eigener Angabe gerne in Frankfurt. Die größten Probleme sind in den Augen der Bürger nach wie vor der Wohnungsmarkt, die Verkehrssituation sowie die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Gute Noten erhält die Stadtverwaltung, die als zuverlässig und bürgerorientiert angesehen wird. Eine steigende Tendenz ist beim politischen Interesse festzustellen. „Seit 25 Jahren befragt der Magistrat die Bürgerinnen und Bürger und erhält so eine laufende Qualitätskontrolle zum Leben in der Stadt aus Sicht der Frankfurterinnen und Frankfurter. Die Bürgerbefragung ermöglicht uns, Schwierigkeiten zu erkennen und auf Probleme zu reagieren“, stellte Schneider fest.
„In den zentralen Kritikpunkten wird deutlich, was die Bürgerinnen und Bürger als besonders vordringlich erachteten. Das ist das Ziel der Bürgerbefragung. Sie wird nicht durchgeführt, um die Stadt und ihre Verwaltung zu loben, sondern um aktuelle Informationsgrundlagen für die Stadtsteuerung bereitzustellen.“
Das zentrale Problemfeld der Stadt ist aus Sicht von immer mehr Frankfurterinnen und Frankfurtern der Wohnungsmarkt. Auf die ohne Antwortvorgabe gestellte Frage nach den größten Stadtproblemen nannten fast zwei von drei Frankfurterinnen und Frankfurtern (61 Prozent) hohe Mieten oder das als nicht ausreichend empfundene Wohnungsangebot. Ein Jahr zuvor hatte nur die Hälfte der Befragten den Wohnungsmarkt als größtes Problem eingestuft.

Auf Platz zwei und drei der größten städtischen Probleme rangierten nach wie vor die Verkehrssituation (26 %) und die öffentliche Sicherheit (17 %). „Auch bei diesen beiden Themenfeldern mussten häufigere Nennungen festgestellt werden“, erklärte Schneider. Auf Position vier finden sich mit geringfügigen Veränderungen die öffentlichen Verkehrsmittel (12 %) und auf Platz fünf nach vorn gerückt ist die Antwortkategorie „Politik-/Parteienverdrossenheit“ (12 %).
Weniger als im Vorjahr (10 statt 12 %) wurden hingegen Probleme genannt, die mit dem Verhältnis von Deutschen und Ausländern/-innen zu tun haben. „Das deutet auf eine entspannte Sichtweise der Frankfurterinnen und Frankfurter hin“, sagte Schneider. Im Jahresvergleich noch einmal etwas kritischer (9 statt 8 %) sind die Einschätzungen zum Thema Drogen ausgefallen.

Internationaler und wirtschaftskräftiger

Die Frankfurterinnen und Frankfurter sehen ihre Stadt deutlich internationaler (85 % /+4 Prozentpunkte), wirtschaftskräftiger (84 % / + 4 Prozentpunkte), weltoffener (75 % /+ 3 Prozentpunkte) als im Vorjahr.
„Besonders hervorzuheben sind die positiven Veränderungen beim Sicherheitsempfinden“, sagte Schneider. Im Vergleich zum Vorjahr fühlen sich mehr Frauen (28 %/+3 Prozentpunkte) und Männer (33 %/+5 Prozentpunkte) sicher in der Stadt. Allerdings hat gleichzeitig die gegenteilige Ansicht ebenfalls zugenommen.
Die Frankfurterinnen und Frankfurter wurden auch gefragt, wie sie die Stadt jemandem beschreiben würden, der die Stadt nicht kennt. Unverändert gaben rund zwei von drei Befragten an, Frankfurt sei eine Stadt, in der man gut leben kann. Mehr als die Hälfte hält Frankfurt für eine „Stadt, die jedem etwas bietet“.
Etwas in den Hintergrund getreten sind die kulturellen Imagefaktoren wie „Stadt der Museen“ und „Goethestadt“, die für die Außendarstellung Frankfurts als weniger wichtig wahrgenommen werden als noch vor einigen Jahren. Nach Einschätzung Schneiders braucht es eine gewisse Zeit, um die Vorzüge Frankfurts zu erkennen: „Je länger die Befragten in der Stadt wohnen, umso mehr steigt die Wertschätzung für das Kulturangebot.“

Hohes Ansehen der Stadtverwaltung

Nach den teilweise kritischen Einstufungen vom Vorjahr sind das persönliche Ansehen und die Zufriedenheit mit der Arbeit der Stadtverwaltung wieder deutlich besser ausgefallen. Die vor einigen Jahren erzielten Bestwerte wurden fast wieder erreicht. Fast zwei Drittel der Befragten gab an, eine persönlich sehr gute (13 %) oder gute (45 %) Meinung von der Frankfurter Stadtverwaltung zu haben. Nur eine Minderheit (6 %) ist gegenteiliger Auffassung. Auch die Zufriedenheit mit der Arbeit in den Ämtern ist deutlich gestiegen und liegt mit 45 % (+5 Prozentpunkte) nur knapp unter den Bestwerten aus dem Jahr 2015. „Der Anteil der Unzufriedenen ist mit vier Prozent so niedrig wie nie“, betonte Schneider.

Politisches Interesse so hoch wie nie

Die Frankfurterinnen und Frankfurter schätzten an ihrer Stadtverwaltung vor allem die Zuverlässigkeit. Diese Eigenschaft steht seit Jahren an der Spitze der abgefragten Imagekomponenten und erreicht nach dem Knick im Vorjahr diesmal mit 57 % (+4 Prozentpunkte) ein neues Allzeithoch. Nur 5 % (unverändert) sind der gegenteiligen Meinung. „So eine positive Beurteilung konnte bislang nicht registriert werden“, erklärte Schneider. „Auch wenn den Bürgern manches nicht gefällt, sehen sie die Ursache dafür nicht bei der Stadtverwaltung.“
Das politische Interesse der Frankfurterinnen und Frankfurt ist so hoch wie noch nie. Auf fast allen politischen Ebenen wurden Höchstwerte ermittelt. Lediglich das Interesse für die Europapolitik (64 % / -4 Prozentpunkte) ist im Vergleich zum Vorjahr niedriger ausgefallen, liegt aber immer noch höher als davor.
Das Politikinteresse hat vor allem bei Jung- und Erstwählerinnen und -wählern zugenommen, während die Werte in den mittleren und höheren Altersgruppen zum Teil leicht rückläufig sind.
Unverändert interessieren sich die höheren Altersgruppen stärker für Politik als die jüngeren, dies gilt jedoch nicht für die Bundespolitik, hier liegen die 35- bis 44-Jährigen (84 % /+5 Prozentpunkte) weit vorne.
Als besonders wichtige Informationsquelle wird das Internet erachtet, während die klassische Mediennutzung etwas niedriger als im Vorjahr ausfällt. „Interessanterweise haben die sozialen Netzwerke entgegen häufiger Vermutungen nicht sonderlich an Bedeutung gewonnen“, so der Stadtrat.
Dagegen haben die Wahlprogramme der Parteien vor allem bei den jüngsten Wahlberechtigten (50 %/ +15 Prozentpunkte) geradezu eine Renaissance erfahren.

Die gesamten Daten „frankfurt statistik aktuell“ 17–21/2018 stehen online als kostenlose PDF-Downloads zur Verfügung unter http://www.frankfurt.de/statistik_aktuell.