Peinliche Panne - Mix am Mittwoch
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Peinliche Panne

Wieso der Tag der offenen Gesellschaft einen faden Beigeschmack hat

Die Initiative Offene Gesellschaft und die Diakonie Deutschland rufen dazu auf, am 17. Juni überall im Land Tische und Stühle auf Gehwegen und Plätzen aufzustellen, um zu essen und zu reden. Eine gute Idee mit Haken.

Von Ulrich Müller-Braun

Das Gute daran ist der Versuch, gemeinsam ein Zeichen für Demokratie und Zusammenhalt, Gastfreundschaft und gelebte Offenheit zu setzen. Der Haken: Mit einem Blick auf den Kalender hätten die Initiatoren den einen oder anderen faden Beigeschmack verhindern können.
Der Fastenmonat Ramadan nämlich endet erst am 24. Juni. Heißt – am kommenden Samstag gilt noch für alle Muslime: Erst nach dem Sonnenuntergang – in Frankfurt um 21.38 Uhr – darf gegessen und getrunken werden. Und damit schließen die bis Ende letzter Woche bundesweit gemeldeten rund 250 Aktionen (Infos unter www.die-offene-gesellschaft.de) unfreiwillig gerade die beim Tafeln aus, mit denen man eigentlich ins Gespräch kommen wollte.
Da verdient der Hinweis der „GlobaLokal-Runde“ des Wohnprojekts Kulturcampus in Bockenheim besonderes Lob. Als eine von bis dato sieben Aktionen in Frankfurt lädt die Initiative gemeinsam mit der Gruppe Wohnkultur e. V. für 19.30 Uhr auf den Campus Bockenheim (ehemaliger Büchermarkt) ein und verweist dabei deutlich darauf, dass erst um 21.41 Uhr gegessen wird.
Noch ist Zeit, und das gute Beispiel könnte Schule machen. Denn – wie gesagt – die Aktion, die auch vom Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter unterstützt wird, verdient einen breiten Konsens.

Bis zum vergangenen Wochenende wurden sieben Aktionen in Frankfurt gemeldet. Hier darf getafelt und geredet werden:

Frankfurt-Hausen
17 Uhr
Tafel von Joachim
Schirrmacher
Tafeln im Park
(https://www.google.de/maps/@50.139885,8.62081,17z). Jeder bringt was zu essen, einen Tisch und Stühle mit. So bauen wir eine möglichst lange Tafel, haben Spaß und gute Unterhaltung. Dann spielt bestimmt auch das Wetter mit!

Frankfurt-Stadtmitte
Zeil 47–49
10 bis 15 Uhr
Öffentliche Tafel von dm drogerie markt GmbH + CoKG.

Frankfurt am Main
19.30 bis Mitternacht
Öffentliche Tafel von WohnKULTUR e. V. – In Gemeinschaft leben und wohnen in Frankfurt am Main.
WohnKULTUR ist eine Gruppe von Menschen, die auf dem künftigen Kulturcampus in Frankfurt am Main gemeinschaftlich leben wollen. Für den 17. Juni freuen wir uns über alle, die auch an der Bockenheimer Warte mit uns gemeinsam essen, trinken und reden wollen – für die offene Gesellschaft! Mit dem Essen beginnen wir um 21.41 Uhr.
(Bitte eigenes Geschirr und auch etwas zum Essen/Trinken mitbringen.)

Frankfurt am Main
An der Mainkur 9–11 (rund um den Mainkurbahnhof)
17 bis 22 Uhr
Tafel von ESS-Bahnhof Mainkur.
Am 17. Juni schließen wir uns der Initiative die offene Gesellschaft an und verwandeln den Mainkurbahnhof in eine offene Tafel. Das heißt, jeder kann Essen und Trinken mitbringen und mit anderen Gästen an großen Tischen teilen. Alle, die spontan kommen oder aus welchen Gründen auch immer nichts dabei haben, können sich an einer Auswahl von Streetfood-Ständen der Essbahnstation versorgen. Zudem freuen wir uns auf das Ensemble Rezaminka von „Bridges – Musik verbindet“. Bridges ist eine interkulturelle Musikinitiative aus Frankfurt am Main, die geflüchtete und beheimatete Profimusiker und Profimusikerinnen zusammen bringt.

Frankfurt-Bornheim
Gagernstraße/Ecke Bornheimer Landwehr
17 bis 21 Uhr
Tafel von Ahmet und
Gabriela
Tisch auf dem Bürgersteig, essen und trinken, gemeinsames Diskutieren und Austausch.

Frankfurt-Nordend
Hallgartenstraße 112–116
17 Uhr
Tafel von Francoise Piepho, Brigitte Paletta-Lübke,
Angelika Döpper Henrich, Renate Pehl.
Gemeinsames Essen (jede bringt etwas mit), Gespräche in kleinen Runden zum Thema „Leben in einer offenen Gesellschaft – was wünsche ich mir, damit ein friedliches Zusammenleben möglich ist?“, Geschichten lesen und erzählen, die Gemeinsamkeiten für alle Menschen beinhalten oder die Verständnis füreinander wecken, Musik machen, denn die verbindet, Wünsche für diese Ideen in einen Teppich weben, feiern, ins Gespräch kommen, sich kennenlernen.

Frankfurt-Bockenheim
Bockenheimer Depot
15 bis 18 Uhr
Tafel von „Aufstehen gegen Rassismus“ Region Rhein-Main.
„Aufstehen gegen Rassismus“ ist eine bundesweite Initiative, in der Menschen verschiedener Initiativen, Gewerkschaften, Parteien und Kirchen miteinander arbeiten, um den Einfluss der AFD zurückzudrängen und gegen jeglichen Rassismus in unserer Gesellschaft aufzustehen.
Wir freuen uns über Frankfurter/-innen aus aller Herren Länder, über Geflüchtete und schon Einheimische, über Große und Kleine, Junge und Alte!
Wer kann, möge bitte eine Kleinigkeit zu essen (z. B. Fingerfood) mitbringen und einen Becher. Wer nichts mitbringen kann, ist genauso herzlich eingeladen, Platz zu nehmen! red