So geht Inklusion wirklich - Mix am Mittwoch
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So geht Inklusion wirklich

Interaktive App aus Frankfurt will Menschen mit und ohne Behinderung zusammenführen

Zacharias Wittmann ist von Geburt an querschnittsgelähmt. In seinem Alltag mit Handycap erlebt der 27-Jährige nur allzu häufig, wie schwierig es ist, gewisse Situationen allein zu meistern. Aus dieser Erkenntnis heraus kam dem studierten Soziologen eine Geschäftsidee.

Sein Startup „Companion 2Go“ hat eine interaktive App entwickelt, mit der Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam reisen oder Events besuchen können. „Denn Menschen mit Behinderungen dürfen bei Reisen und Ausflügen eine kostenlose Begleitperson mitnehmen. So überwinden Nutzer der App Barrieren, sind gemeinsam mit einem Ticket unterwegs – und sparen.

Ziel ist es, reisen und den Besuch von Veranstaltungen einfacher zu gestalten und Kontakte zu fördern“, berichtet Wittmann, der im Social Impact Lab in Bockenheim gemeinsam mit anderen Gründern arbeitet. Seit knapp eineinhalb Jahren entwickelt Wittmann gemeinsam mit Stefan Hanke und anderen Kollegen die App, die bislang noch in der Testphase ist, weiter.

Ab Sommer soll sie für Hessen an den Start gehen. „Langfristig aber planen wir, in ganz Deutschland aktiv zu werden“, berichtet Stefan Hanke, verantwortlich für das Marketing bei „Companion2Go“. Die beiden Männer betonen, dass es bei der App nicht darum gehe, einen Behinderten zu pflegen, sondern um kleine Hilfestellung. „So, wie etwa mal beim gemeinsamen Kinobesuch die Jacke auszuziehen“, berichtet Wittmann, der für seine Idee brennt. „So etwas gibt es bislang noch nicht“, berichten die beiden Gründer. Finanziert wird das Startup derzeit noch durch Stipendien, etwa den „Special impact Award“ und „Hessenideen“.

Ihr Geschäftsmodell sieht vor, dass derjenige, der ein Angebot – sei es aus dem Bereich Sport, Kultur oder Freizeit – wahrnimmt, zehn Prozent Vermittlungsgebühr an „Companion2Go“ bezahlt. Bislang haben sich die ersten Zweiergruppen online gefunden, die bereits Zeit miteinander verbracht haben. Im Anschluss haben sie ihr Gegenüber bewertet. So vermeide man „schwarze Schafe“, sind sich Wittmann und Hanke sicher. Nun hoffen sie auf viele Hessen mit und ohne Behinderung, die Lust haben, neue Menschen kennenzulernen und eine schöne Zeit miteinander zu verbringen. Am 28. April sind die Gründer Gast beim Inklusionstag in Wiesbaden (siehe Box) und hoffen, dort mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen.

Weitere Informationen: www.companion2go.de