Uns geht’s gut! - Mix am Mittwoch
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Uns geht’s gut!

Der MTK steht zwei Malhessenweit oben: beim Einkommen und in Sachen Gesundheit

Wer im Main-Taunus-Kreis wohnt, dem geht’s gut. Gleich in zwei Kategorien hat der Kreis hessenweit die Nase vorn. Platz 2 hinter dem Hochtaunus beim verfügbaren Einkommen (26 670 Euro) und Platz 1 gemeinsam mit dem Hochtaunus, wenn es um Gesundheit geht.

Von Esther Fuchs

Ob die Finanzen dabei mit der Gesundheit in Zusammenhang stehen, haben die Statistiker nicht eruiert. Nur so viel: Im Durchschnitt standen jedem Einwohner in Hessen 22 310 Euro für Konsum oder Sparen zur Verfügung, 570 Euro oder 2,6 Prozent mehr als im Jahr 2014.
Gleichzeitig ist der Krankenstand im Kreis im vergangenen Jahr gesunken und war im Vergleich zum Landesdurchschnitt in Hessen am niedrigsten. In Zahlen: Laut DAK-Gesundheitsreport waren im vergangenen Jahr von 1000 Arbeitnehmern nur 33 krankgeschrieben. Mit 3,3 Prozent gab es im Hochtaunus und Main-Taunus-Kreis den niedrigsten Krankenstand Hessens, der im Landesdurchschnitt bei 4,1 Prozent lag. „Dies ist im Vergleich zu Hessen ein Topwert“, erklärt Oliver Amelung, der stellvertretende Leiter DAK Servicezentrum Hofheim, Eschborn, Frankfurt-Höchst. Gemeinsam mit Erhard Waldmann, DAK-Leiter Servicezentrum, präsentiert er im Rathaus Hofheim die aktuelle DAK-Gesundheitsanalyse. Getrennte Zahlen für die beiden Kreise Hochtaunus und Main-Taunus wurden nicht ermittelt. Änderungen der Zahl und Dauer der Krankschreibungen helfen der DAK, bessere Präventivmaßnahmen zu entwickeln.
In Anwesenheit der Arbeitsmedizinerin Dr. Dr. Birgit Lindenthal wurden die Ergebnisse erörtert und auf die Zunahme des oft unterschätzten Problems „Schlafstörung“ aufmerksam gemacht.

Erfreulicherweise gab es bei fast allen wichtigen Diagnosen wie Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, der Atmungswege oder physischer Erkrankungen einen Rückgang der Ausfalltage. Daraus lässt sich schließen, dass die Menschen in den beiden Landkreisen 2016 gesünder waren. Was nach Annahme der Experten auch auf Verbesserungen in der beruflichen Gesundheitsförderung der Arbeitgeber zurückzuführen sein könnte. Aber nicht nur: „Auch das Sportverhalten der Menschen könnte sich positiv verändert haben“, nannte Dr. Dr. Lindenthal eine weitere Möglichkeit.
Rückenschmerzen & Co.
Jeder fünfte Fehltag erfolgte 2016 aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen. „Rückenschmerzen und Co. nahmen um 14 Prozent ab, bleiben aber dennoch der häufigste Grund für Krankschreibungen“, erklärte Erhard Waldmann.
Warum die Menschen im Vordertaunus dennoch gesünder sind, lässt sich nur vermuten. Bekannt ist, dass wirtschaftlicher Wohlstand körperliche Gesundheit begünstigt. Nicht nur das verfügbare Einkommen und die niedrige Arbeitslosenquote zeigen, dass es den Menschen im Taunus überdurchschnittlich gut geht.
Jedoch bieten Ballungsräume auch gesundheitliche Belastungen. Stress und Lärm, bedingt durch Verkehr und Abgase, mindern das Wohlbefinden.
Nach DAK-Ermittlungen folgen dem Krankenstand von Hochtaunus und Main-Taunus mit 3,3 Prozent die Stadt Frankfurt mit einem Krankenstand von 3,4 Prozent sowie Stadt und Landkreis Offenbach mit 3,6 Prozent. Gießen bildet mit 5 Prozent das Schlusslicht.

Einschlafprobleme

Atemwegserkrankungen zeigen einen deutlichen Rückgang um 13 Prozent und belegen in der Region den zweiten Platz der häufigsten Erkrankungsgruppen. Die Fehltage bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzuständen sanken im Vorjahr um 9 Prozent und stehen auf Platz drei der häufigsten Erkrankungen mit 14,6 Prozent.
„Die Analysen helfen uns, noch gezielter beim betrieblichen Gesundheitsmanagement ansetzen zu können und Arbeitgebern konkrete Hilfe anzubieten. So werden beispielsweise längeren Ausfallzeiten durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorgebeugt“, erläutert Oliver Amelung die Datenanalyse der DAK.
Im Rahmen der Sonderanalyse „Hessen schläft schlecht“ nimmt die DAK das Phänomen Schlafstörungen unter die Lupe. Im Fokus der Analyse stehen andauernde Ein- und Durchschlafstörungen, sogenannte Insomnien. Etwa jeder zehnte Erwerbstätige zwischen 16 und 65 Jahren in Hessen ist betroffen.
Insomnien haben in Hessen um 18 Prozent zugenommen, in ärztliche Behandlung begeben sich jedoch nur 6,3 Prozent der Hessen. Die Mehrheit der von Insomnie Betroffenen lässt sich also nicht ärztlich behandeln.
„Das Problem wird nicht als Krankheit wahrgenommen, wird unterschätzt und eher als Symptom erachtet“, so die Arbeitsmedizinerin. Bedenkenswert sei, dass der Anteil junger von Schlafstörungen betroffener Menschen wachse. „Mit dem Smartphone am Bett kann der eigene Akku nicht mehr aufladen“, erklärt DAK-Gesundheitsexperte Waldmann. Risikofaktoren sind allgegenwärtige Erreichbarkeit per E-Mail, Handy oder Festnetz, aber auch Schichtarbeit.
Zur Prävention sollte die Schlafhygiene mit Hilfe abgedunkelter, gut durchlüfteter Räume verbessert, zu spätes Essen, Alkohol- und Kaffeegenuss und Sport nahe der Zubettgehenszeiten vermieden werden. Aufregende Filme, Smartphones auf dem Nachttisch oder das Schmieden von Tagesplänen verstärken Schlafstörungen. Arbeitsumfeld und Arbeitsbedingungen müssen nach Auffassung der Experten risikomindernd gestaltetet sein.