Weinerlebnis am Einheitstag - Mix am Mittwoch
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Weinerlebnis am Einheitstag

30 Mix-Leser begaben sich am 3. Oktober mit OB Peter Feldmann auf Wein-Spurensuche
Eindrucksvoller als bei einer speziellen Weintour der Stadt Frankfurt mit Oberbürgermeister Peter Feldmann als Reiseleiter kann man den Tag der Deutschen Einheit kaum erleben. Darüber waren sich alle 30 Mix-Leser, die an der Tour teilnehmen durften, einig.
Von Ulrich Müller-Braun
Stimmt! Nicht viele deutsche Großstädte können sich eines eigenen Weinbergs rühmen. Frankfurt schon. Die Stadt hat mit ihrem „Lohrberger Hang“ sogar ein Stück des berühmten Anbaugebiets Rheingau innerhalb ihrer Grenzen. Und sie hat mit Oberbürgermeister Feldmann einen Rathauschef, der der Weingeschichte der Stadt, wie berichtet, eine Menge abgewinnen kann.
Mehr noch: Feldmann kennt sich bestens aus in der Frankfurter Weingeschichte.
Weinserie in Mix
Nicht umsonst hat er die Mix-Redaktion bei der Recherche zur aktuellen Weinserie – der letzte Teil erscheint in der Ausgabe vom 18. Oktober – persönlich unterstützt (das Wein-Denkmal in Nieder-Eschbach hätten wir ohne seine Hilfe nur schwerlich gefunden). Und nicht umsonst gemeinsam mit dem Leiter des Amtes für Kommunikation und Stadtmarketing, Tarkan Akman, eine für 30 Mix-Leser exklusive Weinreise zusammengestellt.
Exklusiv wegen der Ansammlung von traumhaften Zielen – Lohrberg, städtisches Weingut in Hochheim, Brentanohaus in Oestrich-Winkel, Hotel Krone in Assmannshausen, wo Kaiserin Sissi einst übernachtete und Helmut Kohl mit François Mitterrand 1990 nach Wende und Wiedervereinigung ein neues Kapitel europäischer Geschichte aufschlug, bis zum Besuch der Weinerlebniswelt des Weinguts Allendorf in Oestrich-Winkel.
Exklusiv auch wegen des außergewöhnlichen Datums. Feldmann hatte sogar die Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit in der Paulskirche eine halbe Stunde vorverlegt, um von Anfang an dabei zu sein.
Östlichste Weinlage
Schließlich war die erste Station aus Sicht des Frankfurter Stadtoberhaupts eine der wichtigsten: Der Lohrberg, wo Winzer Jürgen Rupp die Gruppe mit einem Lohrberger Riesling Kabinett halbtrocken begrüßte und einen von Frankfurtern am Wochenende zuvor gelesenen Weinberg präsentierte.
Die Erwartungen für den 2017er Jahrgang allerdings musste der Winzer in elfter Generation ein wenig trüben: „Statt der möglichen 200 000 werden es wohl dieses Jahr höchstens 130 000 Liter“, orakelte er. Wobei der Lohrberg mit 1,3 Hektar Rebfläche als östlichste Weinlage des Rheingaus nur einen kleinen Teil des Weinguts der Stadt Frankfurt ausmacht. In Hochheim wachsen auf knapp 25 Hektar Spätburgunder, Chardonnay, Cabernet Sauvignon und Riesling.
Nach dem Besuch dort ging es noch tiefer in den Rheingau hinein. Nach Oestrich-Winkel ins Brentanohaus, wo schon Goethe 1814 den Sommer verbrachte. Dessen Besuch, aber auch die Geschichte des Hauses und seiner Bewohner ließ Baronin Angela von Brentano derart liebenswert und wissend lebendig werden, dass aus der geplanten kurzen Führung rasch eine längere Zeitreise wurde.
Angenehme Verspätung
Was aber nicht dazu führte, dass der Besuch des 476 Jahre alten Hotels Krone oder die Weinprobe unter verschiedenfarbigem Licht mit Ulli Allendorf in dessen Weinerlebniswelt im Schnelldurchgang absolviert worden wären.
Ganz im Gegenteil: Die Reisegruppe verspätete sich schlichtweg um knapp eineinhalb Stunden. Da es zwischendurch nicht nur den einen oder anderen guten Tropfen, sondern auch reichlich Nahrhaftes von der Brotzeit über die Weintorte bis zur Kartoffelsuppe gab, war dies zu verschmerzen.