Zu gut für den Müll - Mix am Mittwoch
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Zu gut für den Müll

Warum die App „TOO GOOD TO GO“ auch in Frankfurt und im Taunus für Furore sorgt

Von Ulrich Müller-Braun

30 Prozent aller Lebensmittel wandern in den Müll. Diese Zahl hat fünf findige Dänen aufgeschreckt. Das Ergebnis: Nach dem Motto „Essen retten, Geld sparen und die Welt verbessern“ haben sie die Too Good To Go-App kreiert. Und damit nicht nur die Löwen im Fernsehen, sondern längst auch die Menschen in Frankfurt und im Taunus überzeugt.
Der Plan, Restaurants, Bäckereien, Supermärkte und Hotels dazu zu bewegen, ihre Speisen nicht in den Müll zu werfen, sondern zum vergünstigten Preis anzubieten, geht auf. Allein in Frankfurt schon 36 Mal, aber auch in Offenbach, Oberursel, Kriftel, Karben, Hofheim am Taunus, Darmstadt, Bad Vilbel und Bad Homburg.
Wir haben es getestet und waren bei Krögers Brötchen in Bad Homburg-Kirdorf. Dort ist Karina Hansen von „Too Good To Go“ überzeugt: „Tolle Sache, um anderen eine kleine Freude machen zu können und der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken zu können“, sagt sie und unterstreicht, dass natürlich trotzdem weiterhin auch für die Tafel gespendet wird.
Ins gleiche Horn bläst Bread & Sweets-Geschäftsführerin Fatima Rachdi im Sandweg in Frankfurt. „Ich bin begeistert, und die Nachfrage wächst täglich!“
Genau das dürfte den Deal mit den Löwen platzen lassen. Als die Sendung im Februar aufgezeichnet wurde, war der Erfolg noch mäßig. Inzwischen dürfte das Angebot – eine Million Euro für 9 Prozent der Firmenanteile – überholt sein.

Essen retten, Geld sparen

Mit der App aus Dänemark haben 400 000 Nutzer schon 2 Millionen Mahlzeiten „gerettet“

So einfach funktioniert die App aus Dänemark: Die Kunden bestellen und bezahlen direkt über die App und brauchen ihre Portion dann nur im angegebenen Zeitfenster im Laden abzuholen.

Vorteile gibt es dabei für alle Seiten: Die Kunden können sich bequem über die App einen Laden in ihrer Umgebung aussuchen und filtern, worauf sie gerade Lust haben. Der Preis beträgt mindestens die Hälfte des Originalpreises und maximal 3,90 Euro. So können die Kunden ein tolles Essen für durchschnittlich 3 Euro genießen und lernen neue Restaurants und Geschäfte in ihrer Stadt kennen.
Die Partnerunternehmen können ihre wertvollen Lebensmittel verkaufen, anstatt sie entsorgen zu müssen. Damit kann sowohl der Umsatz gesteigert als auch neue Kunden können gewonnen werden. Ganz abgesehen davon, dass man sich nachhaltig und sozial engagiert. Und auch die Umwelt hat etwas davon: Durch die über Too Good To Go geretteten Mahlzeiten werden wertvolle Ressourcen geschont. „Insgesamt konnten bereits 4000 Tonnen CO2 eingespart werden“, unterstreicht Teresa Sophie Rath von der Firma Too Good To Go: „Durch das Konzept wird die Gesellschaft für die Problematik der Lebensmittelverschwendung sensibilisiert und zu einem nachhaltigen Lebensstil animiert. Ein Win-Win für alle!“ Aktuell gibt es Too Good To Go in Deutschland, Dänemark, Frankreich, Norwegen, Großbritannien und in der Schweiz. In Deutschland gibt es derzeit 1300 Partnerläden und über 400 000 App-Nutzer. Bislang wurden europaweit 2 Millionen Mahlzeiten gerettet.
Von fünf Freunden gegründet, ist Too Good To Go mittlerweile ein europäisches Team, das von Berlin, Kopenhagen, Paris, Oslo und Manchester aus den Kampf gegen Lebensmittelverschwendung vorantreibt.